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Real Talk: Mein Körper ist nie perfekt genug.

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Seit ich denken kann, bin ich schlank. Die 2-3 Kilo die wie bei jedem anderen auch stets rauf und runter gehen haben bei mir den kleinen aber feinen Unterschied ausgemacht zwischen dünn und einen Tick zu dünn. Ich habe mich in meinem Körper immer wohl gefühlt und habe mich nie gescheut meine Kurven in Szene zu setzen, weil ich stolz auf sie bin. Es bestand nie die Gefahr, dass ich je krank werden würde – dafür habe ich viel zu gerne gegessen und meine Mama hat viel zu gut gekocht. Stichwort: Pita, Sarma, Pecenje, Baklava. Unabhängig von Wohlbefinden und Gewicht kreisen allerdings seit meiner Kindheit einige Sätze im Kopf herum:

“Bis zu dem Event XY muss ich noch 2kg abnehmen.”

“Verdammt, die Zara-Hose in 40 ist zu eng. Die Woche gibts kein Abendessen mehr.”

“Ach, im Sommer 2015 war ich so dünn… Ich wünschte ich hätte die Figur von damals…” 

Aus “Meine Oberarme sind zu schwabbelig” wurde “Meine Oberarme sind zu muskulös”.

Sogar in dem besagten Sommer 2015 habe ich darauf geachtet, wenig zu essen um am Strand einen flachen Bauch zu haben. Selbst da war ich mit meinen Oberarmen nicht ganz zufrieden. Selbst da hätte es eigentlich auch Größe 36 sein können statt 38. Und selbst da gab es ja noch den Sommer 2014, an dem meine Figur besser war. Wahrscheinlich würde ich sogar auf einem Victroria’s Secret Laufsteg hoffen, dass die Engelsflügel den Hüftspeck kaschieren.

Solange die Perfektionisitin in mir mit meiner Figur halbwegs zufrieden ist, läuft alles glatt. Wenn aber, Gott behüte, die Klamotten zu eng werden, wird nicht nur das Abendessen für die nächsten Tage gestrichen. Im schlimmsten Fall habe ich dann nicht mal Lust auf Ausgehen mit Freunden, Urlaubspläne, Bloggen, Instagram, Dates.

Zum Beispiel versucht mich Justyna, die Königin von Plus Size, seit Ewigkeiten schon zu diversesten Shootings zu animieren. Richtig coole Shootings mit absolut talentierten Fotografen und ich lehne sie allesamt ab, weil ich nicht dünn genug bin. “2kg nehme ich noch ab, dann mach ich’s bestimmt.” Kaum habe ich meine Antwort zu Ende formuliert, könnte ich mich dafür auch schon ohrfeigen. Immerhin rede ich da gerade mit Justyna. Die Frau, von der wir alle uns eine Scheibe abschneiden können, weil sie nur so vor Selbstbewusstsein strotzt und sich in ihrem Körper voll und ganz wohlfühlt.

Rational weiß ich, dass meine Figur solche Gedanken nicht rechtfertigt. Emotional fühle ich das nicht immer. Rational verstehe ich, dass weibliche Kurven schön sind und sie mir auch tatsächlich sehr gut gefallen. Emotional finde ich allerdings nicht, dass es bei mir noch kurviger werden sollte. Rational weiß ich, dass die meisten diesen Blogpost nicht nachvollziehen können. Emotional warte ich auf den Tag, an dem diese 2 kg wieder weg sind.

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Photos by Justyna Ziarko from JusCurvy and Karolina Stauffer from KardiaSerena

I was wearing:

Zara Dress
Mango Leather Jacket
Mango Bag
Zara Shoes
G-Star Jeans

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(c) Anita Sukan 2014